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Studienfahrt des Beruflichen Gymnasiums nach Berlin ( Josefin Barthel 08.11.2013)

Am 25.09.13  um 7.30 Uhr startete die kleine Reise der BG und WG 12 mit den Lehrerinnen Frau Rupprich, Frau Thede und Frau Frost nach Berlin. Die Fahrt war lang, dennoch wurden wir auch am ersten Tag nicht geschont. In Berlin angekommen verschlug es uns direkt in die Hennig-von-Tresckow-Kaserne, wo uns eine ausführliche Präsentation über die Auslandseinsätze der Bundeswehr und ein leckeres Mittagessen erwarteten. Danach ging es weiter zum „Haus des Terrors“, dessen Name im wahrsten Sinne des Wortes Programm war. Bereits bei der Führung durch das ehemalige Stasigefängnis sah man, unter welchen schlechten Bedingungen die Häftlinge hausen mussten. Als uns dann auch noch ein Zeitzeuge von seinen Erlebnissen berichtete, wurde einem bewusst, welches Leid und welche Ungerechtigkeiten sie ertragen mussten. Nach diesem aufschlussreichen Gespräch ging es, das erste Mal, in das Hotel und es gab genug Zeit, um sich zu erholen und das Erlebte zu verarbeiten.
Am nächsten Morgen stiegen wir, nach einem leckeren Frühstück, in den Bus und genossen eine interessante Stadtrundfahrt, bei der wir unter anderem das Olympia- Stadion, das Brandenburger Tor und Teile der Berliner Mauer zu sehen bekamen. Nach drei kurzweiligen Stunden wurden wir am Reichstagsgebäude abgesetzt. Als erstes mussten wir eine Sicherheitskontrolle bestehen, um das Gebäude betreten zu dürfen, was im ersten Moment einem Check- In in einem Flughafen ähnelte. Nach einem Mittagessen in der Kantine des Bundestages wurden wir von Mitarbeiterinnen des Besucherdienstes bzw. eines Bundestagsabgeordneten durch die Räumlichkeiten des deutschen Parlaments geführt und das Highlight war der kurze Aufenthalt im Plenarsaal, auch wenn zu diesem Zeitpunkt keine Debatte stattfand.
Danach ging es müde, mit Verspätung, aber dennoch mit einer gewissen Neugier nach Zossen. Der erste Eindruck war skeptisch, da am Anfang nur Büsche und Bäume zu sehen waren. Dieser Eindruck änderte sich schlagartig, als uns das alte militärische Hauptquartier der NS-Führung, welches aus mehreren Betonhäusern besteht, gezeigt wurde. Diese Häuser hatte man versucht nach dem Krieg durch Sprengung zu zerstören, um vorhandene Dokumente zu vernichten und somit Spuren und Beweise zu verwischen. Heute sind die Häuser noch gut erkennbar, denn durch die Sprengung sind sie zum Großteil nur ein Stück in sich zusammen gerutscht, was zeigt, wie massiv die Betonhäuser gebaut wurden. Was überzeugte, war die Führung durch einen alten Bunker aus der NS- Zeit. Der Bunker ist bis ca. 19 Meter tief unter der Erde und war zwischenzeitlich Sitz der sowjetischen Streitkräfte. Die Atmosphäre war kühl, aber zugleich voller Spannung.
Am dritten und letztes Tag unserer kleinen Reise packten wir früh am Morgen unsere Sachen und fuhren in die Berliner Innenstadt, wo wir eine Ausstellung unter der Thematik „Täter- Opfer- Zuschauer“ besuchten und dazu in Gruppen eine Präsentation vorbereiten, um die Lebens- und Handlungsperspektiven in der NS- Zeit genauer zu beleuchten.
Kurz darauf ließen wir es uns im Velis-Restaurant schmecken und eine kleine Shopping-Tour am Checkpoint Charlie  gab den drei Tagen einen schönen Abschluss.
Insgesamt war die Studienfahrt sehr lehrreich, besonders in Bezug auf die NS- Zeit. Es waren teilweise sehr emotional ansprechende Themen, dennoch blieben der Spaß und die Freude nie auf der Strecke.

Josefin Barthel

 

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