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Christine Junghanns hinterlässt im Schulzentrum große Fußstapfen (Julia Tonne, LVZ vom 22.06.2017)

Böhlen: BSZ Leipziger Land verabschiedet dienstälteste Fachleiterin in den Ruhestand

Böhlen. Verspätungen hatten immer dienstliche Gründe, allerdings überschritt Christine Junghanns nie die akademische Viertelstunde. Und wenn sie einige Minuten nach Terminbeginn in den Raum zur Beratung kam, gab es für die Runde erst einmal Schokolade. Es sind diese Anekdoten, die das Kollegium des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Leipziger Land in Böhlen vermissen wird, wenn sich Frau Junghanns, dienstälteste Fachleiterin, zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand verabschieden wird.

„Sie wird sehr große Fußstapfen zurücklassen, wenn sie geht“, macht Schulleiter Jörg Großkopf deutlich. Umso wichtiger sei es ihm und seinen Kollegen, die heute 63-Jährige öffentlich für ihre Verdienste zu würdigen. Ihre Laufbahn begann Junghanns im Kreiskrankenhaus Borna und Altenburg als medizinisch technische Assistentin, zwischenzeitlich legte sie das Abitur ab, es folgte ein Studium an der Humboldt-Universität. 1980 kam sie als Diplommedizinpädagogin an die medizinische Fachschule nach Borna, wo sie Kinderkrankenpfleger, Krippenerzieher und Krankenpfleger ausbildete.

Mit der Wende übernahm sie zunächst die Kinderpflege in Regis-Breitingen, 1994 wurde sie Fachlehrerin in der Außenstelle Regis des BSZ, das damals seinen Hauptsitz in Markkleeberg hatte. „Eines ihrer Verdienste dort war die Initiierung einer einjährigen Berufsfachschule für Gesundheit und Pflege“, erzählt Ulrike Krug, jahrelange Wegbegleiterin von Junghanns.

Kein Wunder also, dass der Aufstieg weiter ging, Junghanns wurde drei Jahre später Leiterin der Außenstelle und stellte sich gleich einer weiteren Herausforderung: dem Aufbau einer Gastgewerbeausbildung und der damit einhergehenden Anschaffung einer Lehrküche. „Ihre Umtriebigkeit war unglaublich, es gab nichts, wovor sie sich scheute“, betont Krug.

Gravierende Änderungen kamen auf die Mitarbeiter zu, als 2013 die Standorte des BSZ in Regis, Espenhain, Markkleeberg und Borna geschlossen und sämtliche Aufgaben und Kollegen im Neubau in Böhlen gebündelt wurden. „Mit dem Ereignis übernahm Christine Junghanns zusätzlich zur Leitung des Gesundheits- und Pflegebereichs das kaufmännische Aufgabenfeld.

„Die Herausforderung und damit die Belastung waren enorm, jeder andere hätte hingeschmissen“, sagt Thomas Reck, stellvertretender Schulleiter am BSZ. Doch Junghanns habe immer viel Geduld mitgebracht, „sie hat auch – im übertragenen Sinn – immer nach links und rechts geguckt, um alle mitzunehmen, wenn Änderungen notwendig wurden“. Ihr Leitbild ist nach wie vor: Mensch sein und nicht vergessen, wo man herkommt.

Als ob ihr all die Tätigkeiten nicht gereicht hätten, erstellte sie in den vergangenen Jahren zusätzlich Prüfungsaufgaben und übernahm den Prüfungsvorsitz. Wahrscheinlich bleibt Junghanns dem BSZ auch nach den Sommerferien noch einige Zeit erhalten, denn laut Reck und Großkopf werde sie es sich nicht nehmen lassen, ihre Nachfolgerin einzuarbeiten. Und dass diese die Fußstapfen ausfüllen kann, steht für beide außer Frage.

Am morgigen Freitag wird die erfahrenste Fachleiterin verabschiedet – mit Überraschungsgästen und „ganz sicher auch einigen Tränen“, sagt Schulleiter Großkopf.

 

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