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Messe: Betriebe bewerben sich bei Auszubildenden (LVZ 16.11.2017 von Julia Tonne)

Tag des Handwerks bringt Firmen und Jugendliche im BSZ Böhlen zusammen 

BSZ-Schülerin Michellestellt Oskar, Justin und Daniel (von links) den Bereich Metallbau vor. Hier wird an einer Murmelbahn gewerkelt

Böhlen. 500 Jugendliche aus dem gesamten Landkreis Leipzig und mehr als 30 Handwerksbetriebe an einem Ort: Der Tag des Handwerks im Beruflichen Schulzentrum (BSZ) in Böhlen bringt potenzielle Auszubildende und Betriebe aus der Region zusammen. Am Mittwoch hatten die jetzigen Neuntklässler aus den Oberschulen Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Berufsbilder kennen zu lernen und sich um Praktikumsplätze zu bewerben. Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig / Nordsachsen hatten Lehrer und Schüler des BSZ die siebte Auflage der Messe auf die Beine gestellt.

Erstmals gab es eine Neuerung im Vergleich zu den Vorjahren. Die Schüler konnten diesmal gezielt an den Stationen Halt machen, die ihren Berufsvorstellungen nahe kommen. „So finden sich Betriebe und mögliche Auszubildende schneller“, machte Ingo Schöne deutlich, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Für ihn und die Unternehmen im Landkreis ist die Messe die beste Möglichkeit, um Werbung bei jungen Leuten für handwerkliche Berufe zu machen. „Wir brauchen dringend Nachwuchs, der Fachkräftemangel ist bei vielen zu spüren. Deshalb müssen sich auch die Betriebe bei den Schülern bewerben“, betonte er.

Gute Erfahrungen auf beiden Seiten

Die Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau GmbH aus Bad Lausick ist seit Jahren Stammgast beim Tag des Handwerks. Aus gutem Grund: „Allein im vergangenen Jahr haben wir vier unserer Auszubildenden über solche Messen kennen gelernt“, sagte Lehrausbilder David Kuhnitzsch. Die Nachfrage nach handwerklichen Berufen sinke von Jahr zu Jahr, um so mehr müsse das Interesse wieder angefacht werden. Denn dass Bäcker, Metallbauer, Elektriker und Installateure gebraucht werden, steht außer Frage. „Was uns aber immer wieder auffällt: Die Mädchen und Jungen kommen meist ohne konkrete Vorstellungen, was sie mal machen wollen“, erklärte Kuhnitzsch.

Oskar Selka hingegen ist einer von wenigen, die ganz klar wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll. Sein Interesse liegt im Bereich Metallbau und Technik. Ein Praktikum bei AMB in Pegau stärkte sein Vorhaben, den Beruf des Automechatronikers zu lernen – „wenn es denn klappt mit einem Ausbildungsplatz“. Die Aussichten jedenfalls seien laut Thomas Reck, stellvertretender Leiter des BSZ, nicht schlecht. Zunehmend mehr Betriebe zeigten Interesse daran, sich auf der Messe vorzustellen. „Und die Zusammenarbeit mit den Oberschulen klappt immer besser. Die Schulen rücken die Berufswahl zunehmend in den Fokus“, sagte er.

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