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Theater- Rezension: „Die Verwandlung“

Viele Aussagen, kompakt verpackt.

Am 20.09.18 haben wir im Rahmen eines Theaterbesuches des Deutsch-Leistungskurses  das Stück „Die Verwandlung“ von Franz Kafka im Theater der jungen Welt angeschaut. Die Inszenierung entstammt der Feder von Anja Michaelis, welche mit ihrer Art der Interpretation des Stücks durchaus überzeugen konnte.

„Als Gregor eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte…“ ist sowohl der erste Satz des Originaltextes von Kafka als auch des Stückes. Gregor, welcher eines Morgens in Gestalt eines Käfers erwacht, weiß zuerst nicht recht mit der Situation umzugehen. Ihm graut vor dem Gedanken, seine Familie nicht mehr ernähren zu können genauso wie vor dem Gedanken, ihnen durch seine Gestalt zur Last zu fallen beziehungsweise ihnen so gegenüber zu treten. Als es dann tatsächlich zur Konfrontation mit der Familie kommt, bricht Gregors Welt  auseinander. Seine bis dato scheinbar loyal gesinnte Schwester  wie auch der Rest der Familie wenden sich nach und nach gegen ihn. Diese müssen nun selbst arbeiten gehen, was das Machtverhältnis in der  Familie verschiebt.
Gregor wird nun vom Ernährer  zur Last der Familie. Diese lässt ihn jedoch fallen.

Als Zuschauer wird man direkt in eine surreal wirkende Welt geworfen. Sowohl die Kleidung der Schauspieler als auch die Farbe der Wände und der Gegenstände wurden mit dem gleichen Muster  versehen. Zu Beginn ist noch nicht ganz klar, wie man das bis zu diesem Zeitpunkt Dargebotene einordnen soll. Diese Ungewissheit legt sich jedoch schnell. Alle Schauspieler können in ihren Rollen durchaus überzeugen. Die Originaltexte (welche des Öfteren genutzt wurden), wurden vor allem an sehr prägnanten Stellen durchaus wirkungsvoll eingesetzt. Der Chronologie des Stücks konnte man gut folgen.

Gregor Samsa wurde von Philipp Zemmerich gespielt, welcher mit einer starken Leistung überzeugen konnte. Der Vater wurde von Philipp Oehme gespielt. Die Schwester und Mutter wurden jeweils von Linda Ghandour und Julia Sonntag verkörpert.

Insgesamt wirkte es zwar zu Beginn befremdlich (was auch an der durchaus unangenehmen Musik von Jan Roth gelegen hat, die ihren Zweck deshalb erfüllte), jedoch legte sich dies dann aber.
Schlussendlich handelt es sich um eine gelungene Interpretation von Kafkas „Die Verwandlung“, welche sowohl mit guter Schauspielleistung als auch mit einer stellenweise schaurigen Atmosphäre überzeugen konnte.


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