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Echte Blitzer und viele Denkanstöße

Verkehrssicherheitstag am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen sensibilisiert für Themen im Straßenverkehr

Böhlen. Bei einem besoffenen Busfahrer habe er "keinerlei Skrupel", plauderte Richter Michael Eyring aus dem Nähkästchen seines Berufsalltags. Ein solcher Mann sei ungeeignet und müsse im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen werden. Bei anderen sei ein Fahrverbot nicht zwingend.

Rund 500 Akten gehen pro Jahr über seinen Tisch am Amtsgericht Borna. Das Gros davon sind Verkehrsdelikte. Eyring weiß, welche Ausreden der ganz normale Wahnsinn auf den Straßen mit sich bringt. Munter fluffig geht er gestern Vormittag mit den Berufsschülern in Böhlen ein paar Konstellationen durch. Einige haben bereits eigene Erfahrungen am Steuer, waren auch schon zu schnell unterwegs. "Das kann jedem mal passieren", sagt der Jurist. Schon geht es um Blitzer, die entgegen anderslautenden Berichten nicht sichtbar aufgestellt sein müssen. Mit der Mülltonne arbeite die hiesige Polizei aber nicht. Dennoch: Ein einsames Fahrzeug sollte immer ein Hinweis sein, auf den Tacho zu schauen, empfiehlt der Fachmann. Später geht es um Verjährungsfristen, Erzwingungshaft für nicht bezahlte Bußgelde Punkte in Flensburg...

Der gestrige Verkehrssicherheitstag am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen fand zum zweiten Mal statt. " Wir leisten einen kleinen Beitrag, um auf Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen", sagt der Schulleiter Jörg Großkopf.

Gefahren lauern viele, wird auch beim Thema Ladungssicherung ein paar Zimmer weiter deutlich. Bei der Sicherung von Material auf Transportern und Hängern werde viel falsch gemacht, berichtet Ralph Kirsten von der Inspektion Verkehr Zentrale Dienste. Auch hier will der Gesetzgeber einwirken und droht bei einer Gefährdung Bußgeld und Punkte an:

Draußen an den Stationen auf dem Hof erleben die 120 Berufsschüler praktische Tests. Stefan Gäbler vom ADAC demonstriert mit einem Schallpegelmessgerät, welchen Lärm die einzeInen Gänge erzeugen. Letztlich geht es ihm auch um praktische Tipps, mit denen Benzin gespart werden kann. Und so erzählt er das Beispiel von einem Nachbarn, der seine Winterreifen im Sommer spazieren fahrt...

Bei den Beamten der Verkehrsüberwachung geht es vor allem ums Rasen. Kürzlich sei ein Motorradfahrer mit 290 Stundenkilometern auf der B 95 gemessen worden. "Das muss nicht sein", sagt Polizeihauptmeister Matthias Götze. Dort werde generell sehr zügig gefahren, wovon auch die an einigen Stellen eingedrückten Leitplanken zeugen. Auch im kommenden Jahr soll es wieder einen Verkehrssicherheitstag geben. "Es ist mal etwas anderes", sagt Lehrer Matthias Schade, selbst ein leidenschaftlicher Motorradfahrer. Der Polizei ging es vor allem um Prävention: Wenn bei den Schülern nur etwas für den Alltag haften bleibe, sei schon etwas erreicht.

Fotos: Jakob Richter

Quelle: LVZ vom 26.06.2012 Saskia Grätz

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