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"Bescheuerte" Regeln

Im Beruflichen Schulzentrum Workshop zu Neonazismus

"Ausländer, die nur von Hartz IV leben, sind ein Problem", sagt der Schüler. Aus der Runde am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen kommt gestern Mittag keinerlei Widerspruch. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und andere Grundzüge des Neonazismus thematisierte ein Workshop mit Schülern des BVJ und BGJ zum Thema "Jugend für Demokratie und Toleranz" - Prävention gegen Rechts". Zwei Referenten des Landesfilmdienstes Sachsen waren am Montag und gestern im Auftrag des Bildungswerkes Sachsen der Deutschen Gesellschaft zu Gast, um Wissen zu vermitteln, mit Mythen und Lügen aufzuräumen, bestimmte Begriffe gerade zu rücken, Meinungen zu artikulieren. Schulsozialarbeiter Hendrik Frost hatte die Gäste zum wiederholten Male eingeladen.
Manche Ausländer dürfen in Deutschland nicht arbeiten, entgegnet der Referent auf die Benmerkung des Jugendlichen. Später geht es um die Asylgesetzgebung der Bundesregierung und triftige Gründe von Ausländern, ihre Heimat zu verlassen. Wenn beispielsweise ihr Leben bedroht ist.
Beim Versuch, den anständigen ordentlichen Deutschen zu charakterisieren, wird klar, dass es weder Einheits-Gardemaße noch andere allzeit gültige Kriterien gibt. Allein vier Amtssprachen (deutsch, sorbisch, dänisch und niederdeutsch) sind anerkannt. In der Auseinandersetzung mit Leitlinien der Nazis führen die Referenten aus, wie "bescheuert" manche der Regeln ist. So werden beim "Verzicht auf sinnlosen Konsum" auch Fernsehen und Medikamente verdammt. Es sei doch "extrem irre", bei Kopfschmerz keine Tablette zu nehmen, so der Referent. Streng genommen wäre bei konsequenter brauner Gesinnung auch Bier und Zigarette passé. Ein Fakt, der im Workshop für Raunen sorgt.

Quelle: LVZ vom 08.02.2012 Saskia Grätz

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