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Echte Blitzer und viele Denkanstöße

Verkehrssicherheitstag am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen sensibilisiert für Themen im Straßenverkehr

Böhlen. Bei einem besoffenen Busfahrer habe er "keinerlei Skrupel", plauderte Richter Michael Eyring aus dem Nähkästchen seines Berufsalltags. Ein solcher Mann sei ungeeignet und müsse im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen werden. Bei anderen sei ein Fahrverbot nicht zwingend.

Rund 500 Akten gehen pro Jahr über seinen Tisch am Amtsgericht Borna. Das Gros davon sind Verkehrsdelikte. Eyring weiß, welche Ausreden der ganz normale Wahnsinn auf den Straßen mit sich bringt. Munter fluffig geht er gestern Vormittag mit den Berufsschülern in Böhlen ein paar Konstellationen durch. Einige haben bereits eigene Erfahrungen am Steuer, waren auch schon zu schnell unterwegs. "Das kann jedem mal passieren", sagt der Jurist. Schon geht es um Blitzer, die entgegen anderslautenden Berichten nicht sichtbar aufgestellt sein müssen. Mit der Mülltonne arbeite die hiesige Polizei aber nicht. Dennoch: Ein einsames Fahrzeug sollte immer ein Hinweis sein, auf den Tacho zu schauen, empfiehlt der Fachmann. Später geht es um Verjährungsfristen, Erzwingungshaft für nicht bezahlte Bußgelde Punkte in Flensburg...

Der gestrige Verkehrssicherheitstag am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen fand zum zweiten Mal statt. " Wir leisten einen kleinen Beitrag, um auf Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen", sagt der Schulleiter Jörg Großkopf.

Gefahren lauern viele, wird auch beim Thema Ladungssicherung ein paar Zimmer weiter deutlich. Bei der Sicherung von Material auf Transportern und Hängern werde viel falsch gemacht, berichtet Ralph Kirsten von der Inspektion Verkehr Zentrale Dienste. Auch hier will der Gesetzgeber einwirken und droht bei einer Gefährdung Bußgeld und Punkte an:

Draußen an den Stationen auf dem Hof erleben die 120 Berufsschüler praktische Tests. Stefan Gäbler vom ADAC demonstriert mit einem Schallpegelmessgerät, welchen Lärm die einzeInen Gänge erzeugen. Letztlich geht es ihm auch um praktische Tipps, mit denen Benzin gespart werden kann. Und so erzählt er das Beispiel von einem Nachbarn, der seine Winterreifen im Sommer spazieren fahrt...

Bei den Beamten der Verkehrsüberwachung geht es vor allem ums Rasen. Kürzlich sei ein Motorradfahrer mit 290 Stundenkilometern auf der B 95 gemessen worden. "Das muss nicht sein", sagt Polizeihauptmeister Matthias Götze. Dort werde generell sehr zügig gefahren, wovon auch die an einigen Stellen eingedrückten Leitplanken zeugen. Auch im kommenden Jahr soll es wieder einen Verkehrssicherheitstag geben. "Es ist mal etwas anderes", sagt Lehrer Matthias Schade, selbst ein leidenschaftlicher Motorradfahrer. Der Polizei ging es vor allem um Prävention: Wenn bei den Schülern nur etwas für den Alltag haften bleibe, sei schon etwas erreicht.

Fotos: Jakob Richter

Quelle: LVZ vom 26.06.2012 Saskia Grätz


Beschwingter Auftakt fürs Richtfest

Böhlen: Der Ersatzneubau am Beruflichen Schulzentrum soll im Juni 2013 bezugsfertig sein

Böhlen. Ein beschwingter Auftakt mit der Band L.E. Brass und Sonnenschein: Der Termin fürs Richtfest am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land (BSZ) in Böhlen war gut gewählt. Seit gestern schwebt die Richtkrone über der größten Baustelle des Landkreises Leipzig. Voraussichtlich im Juni nächsten Jahres sollen Lehrer und Schüler in den Ersatzneubau ziehen können.
Von Saskia Grätz
So viel Zeit muss sein: Landrat Gerhard Gey (CDU) hat bekanntermaßen einen Faible für die Rolling Stones. Und so begann er seine Dankesrede auf der Baustelle in Böhlen mit einem Loblied auf L.E. Brass, deren Sängerin den Welthit "I Can't Get No Satisfaction" interpretiert hatte. Von einer Frau habe er das noch nie gehört. Mick Jagger hätte seine Freude daran. Dann ging der Landrat zum offiziellen Akt über und dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen auf der "aus meiner Sicht größten Baustelle des Landkreises" beitragen. Die Ausmaße des zurzeit entstehenden Gebäudes seien beachtlich, "es ist fast eine neue Berufsschule".
Gey erinnerte an die Anfänge des Bauvorhabens, die auf einen Kreistagsbeschluss vom Juni 2009 zurückgehen. Das Konzept für die Schulnetzplanung der beruflichen Ausbildung sieht vor, die Standorte in Borna, Espenhain, Markkleeberg und Regis-Breitingen aufzugeben und künftig alle unter einem Dach vereint in Böhlen zu konzentrieren (die LVZ berichtete). Die Berufsrichtungen aller vier Außenstellen werden dann in Böhlen angeboten.
Die Investitionen für den Ersatzneubau sind ebenso stattlich wie dessen Ausmaße: 5,11 Millionen Euro fließen in das moderne Gebäude, das mit dem vorhandenen Komplex verbunden wird. Bei der Planung und Konstruktion war Wert darauf gelegt worden, eine nahtlose Angliederung zu erreichen. Er sei zuversichtlich, dass das trotz der momentan sehr unterschiedlichen Höhen zwischen dem vorhandenen Gebäude und dem Rohbau gelingen werde, sagte Gey. Der Landrat dankte gestern auch für die wohlwollende Förderung des Projekts - 80 Prozent der Kosten stammen aus dem Schulhausbau-Förderprogramm.
Mehr als die Hälfte der Bausumme wurde zwischenzeitlich ausgegeben - elf Lose für insgesamt 2,83 Millionen Euro sind vergeben. Die Aufträge seien in der Region geblieben, betonte der Kommunalpolitiker. Er dankte den Bauleuten und Planern und wünschte auch weiterhin "ein unfallfreies Bauen".
Im Mai vergangenen Jahres hatten die Arbeiten mit dem Abriss des alten Gebäudes begonnen. Im künftigen Neubau entstehen 17 Klassenräume, Fachunterrichtsräume für Physik, Chemie, Biologie und Biotechnologie, vier Informatikräume, der Lehrerbereich sowie Fachunterrichtsräume für Ernährung und Hauswirtschaft. Als nächstes werden die Ausbaugewerke für Metall-, Estrich-, Fliesen und Bodenbelagsarbeiten sowie Aufträge für Fassade und Innentüren ausgeschrieben.
Mit dem Einzug werde es für Lehrer und Schüler "optimale Bedingungen" geben, blickte der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Jörg Großkopf voraus. Noch nicht gelöst sind die Parkprobleme am BSZ, die Anlass für Beschwerden der Anwohner sind. In der nächsten Woche sei in dieser Angelegenheit ein Gespräch mit dem Straßen- und Hochbauamt vorgesehen, sagte Böhlens Bürgermeisterin Maria Gangloff (Linke).

Richtfest für den Ersatzneubau im Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land gestern in Böhlen. Martin Smirek und Rocco Hartig (v.l.) von der Firma Bau- und Haustechnik Bad Düben hängen den Richtkranz an den Kran. Später trat er ordnungsgemäß seine Reise in luftige Höhe an.

Foto: Jens Paul Taubert

Quelle: LVZ vom 09.05.2012 Saskia Grätz


BSZ bildet ab Schuljahr 2012/2013 Krankenpflegehelfer aus


Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums Regis-Breitingen erweitert Ausbildungskatalog


Regis-Breitingen. Die älter werdende Gesellschaft wächst stetig. Deshalb will der Regiser Schulteil des Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land (BSZ) ab dem kommenden Schuljahr den Ausbildungsgang zum Krankenpflegehelfer anbieten. Laut Christine Junghanns, Leiterin der Einrichtung, wurde bereits ein Kooperationsvertrag mit der Heliosklinik Borna abgeschlossen. "Damit ist die praktische Ausbildung gesichert", so die Greifenhainerin.
Einige Anmeldungen von Jugendlichen liegen bereits vor. Mindestens 16 Schüler sind für eine Klasse nötig. Bis zu 28 Auszubildende sind möglich, wofür dann eine zweite Klasse gebildet werden müsste. "Im Vertrag mit der Heliosklinik haben wir vorerst 20 Schüler für die praktische Ausbildung vereinbart. Änderungen sind natürlich auch im Nachgang möglich", erklärt die Fachleiterin.
Insgesamt müssen die Azubis 18 Praxis-Wochen absolvieren, davon neun in der stationären Krankenpflege und neun in der Altenpflege, ebenfalls im stationären Bereich. Die Zusammenarbeit mit der Klinik ist laut Junghanns sehr unkompliziert. Die Schüler werden im Seniorenheim "Helios Residenz" in der Bornaer Sachsenallee und im Krankenhaus in Borna für den praktischen Teil ausgebildet. Außerdem steht die geriatrische Abteilung in Zwenkau zur Verfügung.
Für die theoretische Ausbildung im BSZ-Schulteil in Regis-Breitingen in der Werkstraße 3 steht bereits heute ein Fachkabinett zur Verfügung, das von den auszubildenden Sozialassistenten genutzt wird. Hier befinden sich Krankenbett, Rollstuhl und Wickeltisch mit lebensgroßen Menschenpuppen, an denen die Handhabe dieses Berufsstandes geübt wird. Ab 2013, nach dem Wechsel in die BSZ-Stammschule Böhlen, steht ein großer, moderner Raum für diese Ausbildungsrichtung zur Verfügung.
Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum staatlich geprüften Krankenpflegehelfer ist der Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss. Neben der ärztlichen Bescheinigung über die Berufstauglichkeit ist zudem ein erweitertes Führungszeugnis notwendig. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Ein besonderes Bonbon wartet auf die Azubis, die mit einem Durchschnitt von mindestens 3,0 abschließen. "Diese Schüler erhalten gleichzeitig den Realschulabschluss bei uns", so Christine Junghanns. Selbiges trifft auf die gut abschneidenden Azubis, die eine zweijährige Ausbildung im Bereich Sozialassistent absolvieren, zu.
Das Lehrerteam legt laut Junghanns großen Wert auf das soziale Miteinander der Schüler. So werden diese auch bei Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür Ende Januar gefordert. Lehrer und Schüler standen gemeinsam für interessierte Besucher zum Bekanntmachen der Bildungsgänge sowie für Rundgänge in der Schule bereit. Des Weiteren führten die angehenden Sozialassistenten des dritten Lehrjahres das Märchen "Frau Holle" auf.
Im Regiser Schulteil des BSZ werden außerdem noch das Berufsbildungsjahr in den Richtungen Ernährung/ Gästebetreuung und hauswirtschaftliche Dienstleistung angeboten. Die Klasse Gastgewerbe/Kochausbildung läuft am Ende des Schuljahres aus. "Diese Ausbildung findet künftig in Wurzen statt", erklärt Christine Junghanns.

Quelle: LVZ vom 14.02.2012 Peter Krischunas

Informationen beim BSZ Leipziger Land, Schulteil Regis-Breitingen, Werkstraße 3, Regis-Breitingen. Telefon: 034343/91937 oder 034206/75590

Foto: Peter Krischunas LVZ


"Bescheuerte" Regeln

Im Beruflichen Schulzentrum Workshop zu Neonazismus

"Ausländer, die nur von Hartz IV leben, sind ein Problem", sagt der Schüler. Aus der Runde am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen kommt gestern Mittag keinerlei Widerspruch. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und andere Grundzüge des Neonazismus thematisierte ein Workshop mit Schülern des BVJ und BGJ zum Thema "Jugend für Demokratie und Toleranz" - Prävention gegen Rechts". Zwei Referenten des Landesfilmdienstes Sachsen waren am Montag und gestern im Auftrag des Bildungswerkes Sachsen der Deutschen Gesellschaft zu Gast, um Wissen zu vermitteln, mit Mythen und Lügen aufzuräumen, bestimmte Begriffe gerade zu rücken, Meinungen zu artikulieren. Schulsozialarbeiter Hendrik Frost hatte die Gäste zum wiederholten Male eingeladen.
Manche Ausländer dürfen in Deutschland nicht arbeiten, entgegnet der Referent auf die Benmerkung des Jugendlichen. Später geht es um die Asylgesetzgebung der Bundesregierung und triftige Gründe von Ausländern, ihre Heimat zu verlassen. Wenn beispielsweise ihr Leben bedroht ist.
Beim Versuch, den anständigen ordentlichen Deutschen zu charakterisieren, wird klar, dass es weder Einheits-Gardemaße noch andere allzeit gültige Kriterien gibt. Allein vier Amtssprachen (deutsch, sorbisch, dänisch und niederdeutsch) sind anerkannt. In der Auseinandersetzung mit Leitlinien der Nazis führen die Referenten aus, wie "bescheuert" manche der Regeln ist. So werden beim "Verzicht auf sinnlosen Konsum" auch Fernsehen und Medikamente verdammt. Es sei doch "extrem irre", bei Kopfschmerz keine Tablette zu nehmen, so der Referent. Streng genommen wäre bei konsequenter brauner Gesinnung auch Bier und Zigarette passé. Ein Fakt, der im Workshop für Raunen sorgt.

Quelle: LVZ vom 08.02.2012 Saskia Grätz


"Kleine Insel im großen Ozean"

Tag der offenen Tür im Beruflichen Gymnasium Biotechnologie in Markkleeberg
Markkleeberg/Böhlen. Die Biotechnologie hat Zukunft und bietet jungen Leuten daher beste Jobaussichten. Entsprechend groß war das Interesse am Sonnabend zum Tag der offenen Tür im Beruflichen Gymnasium Biotechnologie in der Raschwitzer Straße in Markkleeberg. In der Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums Leipziger Land (BSZ) werden Jugendliche in drei Jahren zur allgemeinen Hochschulreife geführt.

"Schüler und Eltern, die zu uns kommen, haben ganz konkrete Vorstellungen", betonte Oberstufenlehrer Oswald Grüner. Kurz nach Neun umringten ihn die ersten Besucher, kurz vor Zwölf die letzten. Grüner, der Deutsch, Ethik, Biotechnik und Biologie unterrichtet und das wissenschaftliche Praktikum betreut, berichtete unter anderem vom Schüleraustauch mit dem Beruflichen Gymnasium in Pforzheim. "Wir haben dort aus den USA stammende Lebensmittel auf gentechnische Veränderungen untersucht. Das war wissenschaftliche Arbeit auf höchstem Niveau", schwärmte er.

Familie Barthel/Toloczyki aus Machern zeigte sich denn auch überaus angetan. "Das Berufliche Gymnasium ist eine kleine einsame Insel im großen Ozean", meinte Christian Toloczyki. Er und Ehefrau Maria Barthel sind Branchenkenner. Beide arbeiten bei der Euroderm GmbH in Leipzig. 2007 wurde das Unternehmen mit Forschern der Universität Leipzig für ihre "Haut aus Haaren" mit dem Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer ausgezeichnet. "Unsere Tochter hat bei uns schon Praktika absolviert", erzählte Barthel stolz.

Noch besucht die 16-jährige Josefin aber das Gymnasium in Brandis. Im Sommer wird sie nach Markkleeberg wechseln. Der Grund: "In Sachsen kann man keinen Leistungskurs Biologie belegen." Für eine angehende Naturwissenschaftlerin, die schon bei "Jugend forscht" mitgemacht hat, ein Unding. "Das ist wirklich absolut unverständlich. Schließlich haben wir in der Region Leipzig/Halle das Fraunhofer Institut, das Max-Planck-Institut und viele junge Biotechnologiefirmen. Und dann fehlen den Jugendlichen die Voraussetzungen, um in die Forschung gehen zu können", beklagte Toloczyki.

"Dass es an den Gymnasien keinen Bio-Leistungskurs mehr gibt, spielt uns absolut in die Hände", sagte Lehrer Grüner. Wie Josefin wechselten deshalb nach der Zehnten viele aufs Berufliche Gymnasium. Außenstellenleiterin Maren Deistler hat deshalb auch keine Sorge, ihre elfte Klasse im nächsten Schuljahr voll zu bekommen. Im Gegenteil. "Bei hoher Nachfrage haben wir sogar die Kapazitäten für eine zweite Klasse", so die 43-Jährige.

Aktuell lernen 52 Schüler in der Raschwitzer Straße. Unterrichtet werden die Jugendlichen von elf Pädagogen. Im Sommer 2013 ziehen sie vom Container-Interim, das das berufliche Gymnasium seit dem Umbau des früheren BSZ am Rathausplatz nutzt, nach Böhlen. Vor zweieinhalb Monaten wurde dort der Grundstein für den Ersatzneubau des Berufsschulzentrums gelegt. Der Träger, der Landkreis Leipzig, investiert rund 5,1 Millionen Euro. "Unsere Schüler haben dann ideale Bedingungen. Das wird ein Schmeckerchen mit modernen Fachkabinetten und Laboren", so Deistler.

Von einer Regelung im Kreis wird auch Karolin Beyer profitieren. Die 17-jährige gebürtige Bautzenerin, kam extra aus Mecklenburg-Vorpommern angereist, wo sie derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr leistet. "Das Landratsamt übernimmt alle Fahrkosten, die zehn Euro im Monat übersteigen. Egal, wo die Schüler wohnen und egal, wie hoch das Einkommen der Eltern ist", erläuterte Deistler. Das sei nicht selbstverständlich.

Karolin hat sich derweil schon entschieden. Sie will unbedingt nach Leipzig ziehen, um am Beruflichen Gymnasium auf ihr großes Ziel hin zu lernen. "Mich reizen die Möglichkeiten der Gentechnik. Das wäre ein Job für mich", verriet sie. Überzeugt haben Karolin und ihre Mutter Sabine Beyer vor allem die von Grüner offerierten Praktika am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, die fester Bestandteil der Ausbildung sind.

Quelle: LVZ vom 31.01.2012 Ulrike Witt

Bio-Wissen allein reicht nicht fürs Abi: Kunstlehrerin Ulrike Emtanes mit Thomas und Heinz Süss.

Sie haben sich schon entschieden und werden am Beruflichen Gymnasium in Markkleeberg ihr Abitur ablegen: Marcus Tennstädt, Annemarie Werner, Kerstin Paasch und Nico Richter (von links) beim Experimentieren im Biotechnik-Labor

Fotos: André Kempner

Weitere Informationen erhalten Interessenten im Beruflichen Gymnasium Biotechnologie in der Raschwitzer Straße 35 in Markkleeberg, Telefon 0341/3586922. E-Mails können an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerichtet werden. Anmeldungen für das Schuljahr 2012/13 müssen spätestens am 31.März vorliegen.

Ein Wissens-Bonus für das Studium

Berufliches Gymnasium Espenhain und Schulteil Borna des BSZ laden zum Tag der offenen Tür ein
Borna/Espenhain. Das Jahr hat gerade erst begonnen, doch für viele junge Leute sind die Ausbildungswege ab dem Schuljahr 2012/13 längst ein heißes Thema. Informative Entscheidungshilfen gab es am Sonnabend vom Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Leipziger Land, als die vier Außenstellen zum Tag der offenen Tür

Wer mit einem guten Realschulabschluss sein Abitur machen möchte, ist in Espenhain willkommen. "In Gesprächen fällt uns immer wieder auf, dass viele Eltern und Jugendliche diese Möglichkeit gar nicht kennen, an einem beruflichen Gymnasium in drei Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen", sagt Fachleiterin Maren Deistler, die auch für die BSZ-Außenstelle in Markkleeberg den Hut aufhat und Biologie sowie Biotechnologie unterrichtet.

Überzeugendes Argument für diesen Weg: Durch die wahlweise Spezialisierung auf Wirtschaft oder Technik bekommen die Jugendlichen viel zusätzliches Wissen vermittelt - eine große Erleichterung beim Studium. "Oder sie stellen eben nach ein, zwei Jahren fest, dass Wissenschaft und Technik doch nicht ihr Ding sind. Selbst das ist ein Vorteil, denn sie haben diese Erkenntnis schon in der Schulzeit gewonnen", erklärt Nadine Kirchner und verweist auf die recht hohe Studien-Abbruchquote in diesen Fachrichtungen.

Als Beraterin für akademische Berufe ist die junge Frau kompetente Ansprechpartnerin in Sachen Studium in den Schulen des Landeskreises. "Ich begleite Sie während der gesamten dreijährigen Schulzeit", versicherte sie am Sonnabend den zahlreich erschienenen Eltern und Jugendlichen, nachdem Maren Deistler während eines kleinen Vortrages das Gymnasium vorgestellt hatte und dabei auch den wichtigen Fakt betonte, dass alle Bildungsgänge am gesamten BSZ kostenfrei sind.

Ronny Lantzsch kam ebenfalls zu Wort. Der 22-Jährige legte 2008 in Espenhain sein Abitur ab, hat inzwischen ein duales Studium an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig begonnen und weiß bereits jetzt, dass ihn sein Arbeitgeber Siemens als künftigen Ingenieur für Elektrotechnik übernehmen wird. "Ich kann so ein technisches Gymnasium wirklich jedem empfehlen, der in diese Richtung gehen will. Das Wissen, das ich hier erworben habe, kann ich beim Studium sehr gut gebrauchen."

Dass die vier Außenstellen Mitte 2013 schließen, wenn am BSZ-Stammsitz in Böhlen der Erweiterungsbau fertig ist, hat sich inzwischen weitgehend herumgesprochen. Ab dem Schuljahr 2013/14 findet dann die gesamte Ausbildung in Böhlen statt. "Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, aber die Vorteile überwiegen natürlich", fasst Maren Deistler die Befindlichkeiten zusammen.

"Moderne Kabinette, leichtere Organisation, insgesamt bessere Bedingungen", nennt der stellvertretende BSZ-Schulleiter Thomas Reck gewichtige Argumente für die Konzentration am Stammsitz in Böhlen. Er wartete am Sonnabend in Borna gemeinsam mit Fachleiterin Helga Naß allerdings meist vergeblich auf Interessenten. Zu Unrecht, denn man hat dort am Königsplatz ebenfalls eine Menge zu bieten für die jungen Leute. Neben der dreijährigen Ausbildung in kaufmännischen Berufen gehört dazu auch ein einjähriges Fachoberschulangebot. "Hier können die Jugendlichen nach abgeschlossener Berufsausbildung die Fachholschulreife erlangen", erklärt Helga Naß. Während es diese Möglichkeit für Wirtschaft und Verwaltung schon länger gibt, ist sie im Bereich Technik ganz neu. "Die Genehmigung dafür haben wir erst in dieser Woche bekommen", so Reck.

Jana Mertineit (21) aus Markkleeberg, Jens Haftendorn (21) aus Leipzig und Mike Heinrich (18) aus Frohburg absolvieren derzeit ein solches Fachoberschuljahr. "Nach der Bürokauffraulehre habe ich hier in Borna gleich das Jahr drangehangen. Das war perfekt. Danach möchte ich studieren", erzählt Jana Mertineit. Das haben auch die beiden jungen Männer vor. Jens Haftendorn kann beim Fachoberschuljahr auf eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann aufbauen, Mike Heinrich hat in Borna zunächst Wirtschaftsassistent gelernt. "Es ist schön hier", sagt Jana spontan. Das Trio ist zufrieden. Es hat die Bildungs-Chancen des BSZ beim Schopfe gepackt.

Quelle: LVZ vom 30.01.2012 Hartmut Karich

Jens Haftendorn, Jana Mertineit und Mike Heinrich (von links) absolvieren in Borna derzeit ein Fachoberschuljahr. Elke Geißler, Lehrerin für Rechnungswesen und Recht (links), sowie Fachleiterin Helga Naß schauen ihnen über die Schulter.


Maren Deistler stellt den zahlreichen Eltern und Jugendlichen in Espenhain die Ausbildungsmöglichkeiten am Beruflichen Gymnasium vor

Fotos (2): Hartmut Karich


Druckgrafiken zieren Wände der neuen Halle

Kahle Wände hat die neue Turnhalle des Beruflichen Schulzentrums Leipziger Land (BSZ) in Böhlen noch reichlich. Mit einer Ausnahme: Auf dem Weg zur Galerie stoßen Besucher auf eine kleine Auswahl an Arbeiten des Grundkurses Kunst der Klasse 12 des Biotechnologischen Gymnasiums Markkleeberg. Gestern schauten sich die Jugendlichen die Präsentation an - und waren sichtlich mit sich zufrieden.
Passend zum Gebäude hatte Kunstlehrerin Ulrike Emtanes im Herbst vorigen Jahres das Thema Sport vorgegeben. Die zehn Schüler suchten sich aus der Zeitung als Vorlage geeignete Fotos und arbeiteten dann selbstständig. Entstanden sind Druckgrafiken in verschiedenen Techniken (Monotypie, Radierung und Linolschnitt), die eine nähere Betrachtung lohnen. "Zwei Monate Arbeit" stecken drin, sagte Jordy Monimambu und ist mit seinem Werk sehr zufrieden. Ein tolles Foto von Schwimmer Michael Phelps diente ihm als Basis. Der 17-Jährige wählte den Ausnahmeathleten, weil er früher selbst geschwommen ist. Auch Christoph Bauch (17) suchte entsprechend seines Hobbys, er spielt Fußball, zunächst nach dem Motiv eines Fußballers. Er fand es und war letztlich vom Ergebnis seiner Arbeit selbst überrascht. "Ich dachte, ich kann nicht malen", sagte der stellvertretende Schülersprecher der BSZ-Außenstelle in Markkleeberg sichtlich stolz. Die Arbeit sei auch "Erinnerung an sein Heimatdorf" - Kletzen bei Krostitz - gewesen, erzählte der Zwölftklässler, der jetzt in Leipzig lebt.
Ein Foto als Vorlage für eine abstrahierte Variante erleichtert die Arbeit und "nimmt Ängste", erläutert die Kunstlehrerin, die ebenfalls sehr zufrieden mit der Präsentation ist. Sie achtete letztlich auf die farbliche Gestaltung der Werke in orange und grau sowie dazu passende Passepartouts und Wechselrahmen, um den Architekten zufriedenzustellen.
Schulleiter Jörg Großkopf ist ebenfalls begeistert. "Wie im Krankenhaus" sehen einige Wände aus. Diese hingegen sei gut gelungen. Der 47-Jährige fährt sehr gern Rad und Ski, und so gefallen ihm die Arbeiten am besten, die sich mit diesen beiden Disziplinen befassen.
Für Kunstlehrerin Emtanes bietet das Haus noch jede Menge Reserven für Gestaltung mit Kunst. "Die Ideen arbeiten schon in mir", sagte sie mit Blick auf die nackten Schallschutzplatten in der Halle. "Die drängen sich förmlich auf." Ab 2013 sollen alle Außenstellen in Böhlen vereint sein, die Arbeit vor Ort ist dann kein Problem mehr. Die ausgestellten Arbeiten der Schüler entstanden im Klassenzimmer. Ohne Ateliersituation. "Das ist nicht einfach", sagt die Fachfrau.


LVZ 12.01.2012 Saskia Grätz

Kunst und Sport – Druckgrafiken bereichern die Wände der neuen Sporthalle am BSZ in Böhlen

Bilder: Günther Hunger LVZ

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