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Crystal – tödliches Ende einer Liebe

Theatertag am BSZ Leipziger Land in Böhlen will Jugendliche aufklären und vor Gefahren schützen

Anne (Sonja Elisabeth Martens) ist verzweifelt: Ihr Freund Florian (Justus Herrmann) hat sich aufgrund des Drogenmissbrauchs sehr verändert. Foto: Thomas Kube

Böhlen. Am Ende ist Florian tot – Crystal hat das Leben des jungen Mannes ausgelöscht, seine Freundin Anne bleibt entsetzt zurück. Diese Geschichte von Anne und Florian sei erfunden. Aber sie könne sich jeden Tag überall zutragen.

„Ich wünsche sie niemandem“, sagte Schauspielerin Sonja Elisabeth Martens (Anne) gestern unmittelbar nach der Aufführung des Theaterstücks „Drogen – von Gras bis Crystal“ im Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land (BSZ) in Böhlen. Für diese Produktion des Weimarer Kultur-Expresses hatte es von den circa 120 Berufsschülern aus verschiedenen Bereichen zuvor viel Beifall gegeben.
Der Landkreis Leipzig machte den jährlichen Theatertag an der Bildungsstätte mit seiner Finanzierung möglich.

Das Ensemble, eine im Oktober 2000 gegründete freie Theatergruppe, möchte Jugendlichen mit der Stückauswahl bei der Bewältigung ihrer Probleme zur Seite stehen und Stütze sein. Themen wie Bulimie, Mobbing, Alkohol und Drogen werden aufgegriffen, um junge Leute wachzurütteln.

„Drogen – von Gras bis Crystal“ wird seit Januar an Schulen, vorwiegend vor Jugendlichen der Klassenstufen 7 bis 9, gezeigt. Es spart nichts aus und versucht auf sehr drastische Weise auf die Gefahren von Drogenkonsum hinzuweisen .

Anne und Florian kennen sich aus Kindertagen. Ihre junge Liebe scheitert letztlich an seiner Sucht. Um dem Freund zu imponieren, hatte sie anfangs auch etwas Gras geraucht. Aber nach einer verhängnisvollen Autofahrt mit Unfall ist für die junge Frau klar, dass sie das Zeug nie wieder anrühren wird. Ihr Freund hingegen ist den Verlockungen erlegen. Er nimmt Crystal Meth, ein Stoff, der ihn halluzinieren lässt, Verfolgungswahn erzeugt, ihn im wörtlichen Sinne des Wortes um den Verstand bringt und kaputt macht. „Ich fühle mich nicht besser, ich bin besser“, behauptet Florian im Rausch. Später, als die Wirkung nachgelassen hat, ist er vom Entzug getrieben. Ein veränderter Mensch, der das Versprechen, eine Therapie zu machen,
nicht einhalten kann...

Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich, betont Schauspieler Justus Herrmann, der den Florian sehr überzeugend spielt. Eine Rolle, die er sehr gern spiele. Beide Darsteller aus Berlin machen im Gespräch mit den Schülern klar, dass sie selbst keine eigenen Erfahrungen mit Drogen haben. „Wir sind hier, um aufzuklären. Es ist nicht erstrebenswert, sein Leben auf diese Weise zu zerstören“, appellierte Martens an das Publikum.

Auch Henrik Frost, Schulsozialarbeiter am BSZ, bot den Jugendlichen seine Hilfe an. Das Thema Drogen sei auch hier an der Schule aktuell. „Besonders Crystal ist sehr gefährlich, weil es schnell abhängig macht“, warnte er eindringlich.

Rund 120 Berufsschüler erleben am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen
den Theatertag. Das Thema Drogen macht manchen nachdenklich. Foto: Thomas Kube

Quelle: LVZ Borna 02.09.2014  von SaSkia Grätz

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