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Berufsschullehrer aus China zu Gast am BSZ in Böhlen

Böhlen. 23 Berufsschullehrer aus China waren gestern am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land (BSZ) in Böhlen zu Gast. Auf Empfehlung der Handwerkskammer zu Leipzig war die moderne Bildungsstätte des Landkreises für die Fortbildung ausgewählt worden. "Das macht uns natürlich stolz", sagte Schulleiter Jörg Großkopf, der erstmals chinesischen Besuch empfing.

Die Gäste aus der Provinz Hunan, die normalerweise selbst lehren, saßen gestern auf der Schulbank, um sich über das duale Ausbildungssystem in Deutschland zu informieren. Der Schulleiter erläuterte die Möglichkeiten am BSZ und die Grundzüge der dualen Ausbildung. Die Vermischung von theoretischem Wissen im Unterricht und praktischer Anwendung in Betrieben gibt es in dieser Form in China - ein Land mit circa 250 Millionen Wanderarbeitern - nicht. Die vorhandenen Berufsschulen haben integrierte Werkstätten. In den Vorträgen ging es um Abläufe der dualen Ausbildung, deren Organisation, Lehrpläne und die Finanzierung.

Die Berufsschullehrer kommen überwiegend aus dem Metallbereich. Und so standen unter anderem noch ein CNC-Kurs und ein Kurs für pädagogische Praxisarbeit auf dem Programm.

Seit einer Woche sind die Asiaten in Sachsen - letzter Teil einer dreimonatigen Reise in Deutschland.

23 Berufsschullehrer aus China absolvierten gestern im Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen eine Fortbildung. Die Kameras waren immer in Aktion.

Foto: Thomas Kube

Quelle: LVZ Borna 14.11.2014  von Saskia Grätz


Crystal – tödliches Ende einer Liebe

Theatertag am BSZ Leipziger Land in Böhlen will Jugendliche aufklären und vor Gefahren schützen

Anne (Sonja Elisabeth Martens) ist verzweifelt: Ihr Freund Florian (Justus Herrmann) hat sich aufgrund des Drogenmissbrauchs sehr verändert. Foto: Thomas Kube

Böhlen. Am Ende ist Florian tot – Crystal hat das Leben des jungen Mannes ausgelöscht, seine Freundin Anne bleibt entsetzt zurück. Diese Geschichte von Anne und Florian sei erfunden. Aber sie könne sich jeden Tag überall zutragen.

„Ich wünsche sie niemandem“, sagte Schauspielerin Sonja Elisabeth Martens (Anne) gestern unmittelbar nach der Aufführung des Theaterstücks „Drogen – von Gras bis Crystal“ im Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land (BSZ) in Böhlen. Für diese Produktion des Weimarer Kultur-Expresses hatte es von den circa 120 Berufsschülern aus verschiedenen Bereichen zuvor viel Beifall gegeben.
Der Landkreis Leipzig machte den jährlichen Theatertag an der Bildungsstätte mit seiner Finanzierung möglich.

Das Ensemble, eine im Oktober 2000 gegründete freie Theatergruppe, möchte Jugendlichen mit der Stückauswahl bei der Bewältigung ihrer Probleme zur Seite stehen und Stütze sein. Themen wie Bulimie, Mobbing, Alkohol und Drogen werden aufgegriffen, um junge Leute wachzurütteln.

„Drogen – von Gras bis Crystal“ wird seit Januar an Schulen, vorwiegend vor Jugendlichen der Klassenstufen 7 bis 9, gezeigt. Es spart nichts aus und versucht auf sehr drastische Weise auf die Gefahren von Drogenkonsum hinzuweisen .

Anne und Florian kennen sich aus Kindertagen. Ihre junge Liebe scheitert letztlich an seiner Sucht. Um dem Freund zu imponieren, hatte sie anfangs auch etwas Gras geraucht. Aber nach einer verhängnisvollen Autofahrt mit Unfall ist für die junge Frau klar, dass sie das Zeug nie wieder anrühren wird. Ihr Freund hingegen ist den Verlockungen erlegen. Er nimmt Crystal Meth, ein Stoff, der ihn halluzinieren lässt, Verfolgungswahn erzeugt, ihn im wörtlichen Sinne des Wortes um den Verstand bringt und kaputt macht. „Ich fühle mich nicht besser, ich bin besser“, behauptet Florian im Rausch. Später, als die Wirkung nachgelassen hat, ist er vom Entzug getrieben. Ein veränderter Mensch, der das Versprechen, eine Therapie zu machen,
nicht einhalten kann...

Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich, betont Schauspieler Justus Herrmann, der den Florian sehr überzeugend spielt. Eine Rolle, die er sehr gern spiele. Beide Darsteller aus Berlin machen im Gespräch mit den Schülern klar, dass sie selbst keine eigenen Erfahrungen mit Drogen haben. „Wir sind hier, um aufzuklären. Es ist nicht erstrebenswert, sein Leben auf diese Weise zu zerstören“, appellierte Martens an das Publikum.

Auch Henrik Frost, Schulsozialarbeiter am BSZ, bot den Jugendlichen seine Hilfe an. Das Thema Drogen sei auch hier an der Schule aktuell. „Besonders Crystal ist sehr gefährlich, weil es schnell abhängig macht“, warnte er eindringlich.

Rund 120 Berufsschüler erleben am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen
den Theatertag. Das Thema Drogen macht manchen nachdenklich. Foto: Thomas Kube

Quelle: LVZ Borna 02.09.2014  von SaSkia Grätz


Erhobener Zeigefinger hilft nicht

Sozialarbeiter will Berufsschüler von der Zigarette fernhalten

Böhlen. Schulsozialarbeiter Henrik Frost hatte für die Schülerinnen und Schüler der berufsvorbereitenden Klassen am BSZ Böhlen für eine ungewöhnliche Schulstunde gesorgt, denn mit dieser Bilanz will er und die Schulleitung sich nicht zufrieden geben: Zwei berufsvorbereitende Klassen gibt es, fast alle Schüler rauchen und das nicht gerade wenig. Erschreckend ist, einige von ihnen haben bereits in der Grundschule zum ersten Mal zum Glimmstengel gegriffen, mittlerweile rauchen zahlreiche 14- bis 18-Jährige viel und regelmäßig, auch in den Fünf-Minuten-Pausen. „Ich rauche durchschnittlich zehn Zigaretten pro Tag“, gesteht Mary Alpert aus der berufsvorbereitenden Klasse Farbe und Ernährung. Am Wochenende werden es schon mal mehr, sagt sie. Dass rauchen schädlich ist, wissen alle. Davon weg zu kommen, ist schwer. Rauchen heißt eben auch cool sein, dabei sein. Die Nichtraucher stehen oft am Rand. Rauchen ist auch ein soziales Problem. „Der erhobene Zeigefinger hilft da nicht“, sagt Frost. Einmal im Monat bietet er einen Workshop zum Thema gesunde Lebensweise an. Diesmal hatte er die Soziologin Sandra Herrmann eingeladen. Sie ist Mitarbeiterin am Uniklinikum Dresden, arbeitet im Präventionszentrum des Universitäts-Krebs-Centrums Dresden (UCC). Bei ihrem Besuch in Böhlen kommt sie mit den Schülern über deren Rauchgewohnheiten und über die Gründe der Raucherei ins Gespräch und klärt über die Risiken von Nikotin auf. Mit einem kleinen Gerät können die Schüler ihren Kohlenmonoxid-Wert in der Lunge messen, denn der steigt mit den täglich gerauchten Zigaretten an. Die Folge: Der Körper hat weniger Sauerstoff zur Verfügung. „Offiziell rauchen in deutschen Berufsschulen 38 Prozent der Schüler“, sagt Sandra Herrmann und weist auf eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hin. Dass Schüler plötzlich zum Nichtraucher werden, funktioniere in den seltensten Fällen. „Mein Ziel ist es, eine Auseinandersetzung mit dem Thema Rauchen anzuregen, so dass die Schüler die eine oder andere Zigarette sein lassen“, sagt die Soziologin. Henrik Frost will mit seinen Schülern dranbleiben und nicht locker lassen.

Beim nächsten Mal vielleicht dann schon ohne Raucherpause.

Foto: Ulrike Wolf

Quelle: LVZ Borna 04./05.01.2014 von Ulrike Wolf

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