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Die angehenden Fahrzeuglackierer Cindy Haustein (v. li.), Maximilian Kraft, Sebastian Matner und Nicole Schröter probieren zusammen mit Fachlehrer Torsten Trotha (Mitte) die neue Technik der Lackierkabine am Berufsschulzentrum aus. Sie hat rund 430 000 Euro gekostet. Fotos: Julia Tonne

Angehende Lackierer lernen in Böhlen nun an moderner Technik

Parkplatzerweiterung und Lackierkabine am berufsschulzentrum Leipziger Land eingeweiht

Böhlen. Das Berufsschulzentrum (BSZ) Leipziger Land in Böhlen ist seit gestern „rundum fertig“. Landrat Gerhard Gey eröffnete mit diesen Worten zusammen mit Schulleiter, Lehrern, Schülern und Landkreismitarbeitern die neue Lackierkabine und die Erweiterung des Parkplatzes, den die Schüler nutzen können.

Zwei Bauvorhaben hatte das BSZ in den vergangenen Monaten neben dem regulären Schulbetrieb zu „wuppen“, wie Schulleiter Jörg Großkopf betonte. Zum einen wurde der Parkplatz auf dem hinteren Teil des Geländes um mehr als 50 Stellplätze erweitert, zum anderen bekam der Fachbereich der Fahrzeuglackierer eine neue und moderne Lackierkabine.

Ersteres war in den vergangenen Monaten immer drängender geworden, denn die Stellplätze an und um die Schule reichten längst nicht mehr aus. Das Gelände für die Erweiterung erwarb der Landkreis als Betreiber des BSZ von der Gemeinde Böhlen für 50 000 Euro. Doch während der ersten Arbeiten gab es auch die ersten Überraschungen, wie Roland Dathe, Sachgebietsleiter Bau und Liegenschaften beim Landkreis, berichtete. Der unter dem Mutterboden verborgene Baugrund war zum einen nicht tragfähig, zum anderen war er mit Schadstoffen belastet und musste daher als Sondermüll auf die Deponie geschafft werden. Das hatte vor allem Auswirkungen auf die Kosten. Der Landkreis musste alleine für das Vorhaben rund 290 000 Euro, inklusive des Kaufpreises für das
Grundstück, investieren.

Neues Herzstück des BSZ ist seit gestern aber die Lackierkabine. Hier können nun die rund 60 angehenden Fahrzeuglackierer
Karosserieteile ausbessern. Rund 430 000 Euro hat der Landkreis in die Ausstattung und den Bau investiert, etwa 40 Prozent davon sind Fördermittel aus dem Topf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). „Damit sind die Ausbildungsbedingungen nun auch für diesen Bereich in einem Top-Zustand“, machte Gey deutlich, der sich von vier Schülern die Arbeitsabläufe erklären ließ. Maximilian Kraft, Sebastian Matner, Nicole Schröter und Cindy Haustein führten die Besucher durch die Halle und erklärten geduldig die einzelnen Schritte. So werde die entsprechende Farbe des Fahrzeugs zunächst – ähnlich wie bei Wandfarben und nach Vorgaben der Autohersteller – maßgenau zusammengemischt, anschließend dann in der Kabine aufgetragen. Eine zusätzliche Heizung ermöglicht nach dem Lackieren die Trocknung der Teile. „Die bisherige Kabine war schon rund neun Jahre alt und nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Zudem konnte immer nur einer darin arbeiten“, begründete Thomas Reck, stellvertretender Schulleiter, den Wunsch des BSZ nach einer modernen Kabine. Und Gey, der zur Eröffnung eine lackierte Spiegelverkleidung geschenkt bekam, war so angetan, dass er seinen Dienstwagen wohl demnächst des Öfteren nach Böhlen lenken wird. Zu tun wäre jedenfalls etwas: am Außenspiegel ist tatsächlich der Lack ab.

Vor allem Torsten Trotha, Fachlehrer der Fahrzeuglackierer, findet jetzt ideale Bedingungen für seine Schützlinge vor: „Es war ein langer Kampf, aber jetzt sind wir mit der Kabine einen Schritt weiter als viele andere Ausbildungsstätten.“ Im gesamten Landkreis Leipzig ist die Einrichtung einzigartig, sachsenweit gibt es jetzt mit dem BSZ nur drei Standorte, an denen die Auszubildenden damit arbeiten können. Für Großkopf ist mit der Fertigstellung der beiden Projekte nun auf absehbare Zeit erst einmal Schluss mit größeren Vorhaben: „In den letzten Jahren hatten wir hier mehr Bauleiter als Schulleiter“, sagte er lachend.

Quelle: LVZ Borna 10.01.2015 von Julia Tonne

 

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