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Angehende Biotechnologen besuchen Tagebau – und lesen Zeitung

lfte Klasse vom BSZ Leipziger Land besichtigt Schleenhain und schreibt darüber

Groitzsch/Böhlen. Der Tagebau an sich ist ein gutes Lehrbuch für angehende Biotechnologen. Gestern hatte eine elfte Klasse vom Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen im Zusammenhang mit der LVZ-Aktion „Schüler lesen Zeitung“ Gelegenheit, den Tagebau Schleenhain kennenzulernen und zu erfahren, welche Einsatzmöglichkeiten hier im Bereich der Biotechnologie warten.

„Der Besuch hier passt wunderbar in den Lehrplan“, sagt Biolehrer Torsten Günzel. Denn spätestens, wenn es um Rekultivierung und Renaturierung von Tagebaulandschaften ginge, komme natürlich das Thema Biologie zum Tragen. „Dann reden wir unter anderem darüber, wie sich Pflanzen in einer so veränderten Landschaft anpassen und welche Entwicklung die Böden nehmen.“

Besonders interessant dürfte für die 16- und 17-Jährigen die Entwicklung hin zu Naherholungs- und landwirtschaftlich genutzten Flächen sein. Denn nur einfach wieder aufschütten und Getreide anbauen, ist schlichtweg nicht machbar nach dem gravierenden Eingriff in die Natur. „Auf den wieder entstandenen Ackerflächen wird im ersten Jahr Waldroggen angebaut, dann Senf und danach Luzerne“, erklärt Andreas Bohse, Besucher-Betreuer und Diplomgeologe bei der Mibrag. Erst im achten Jahr nach der Umwandlung vom Braunkohleabbaugebiet zu Landwirtschaftsarealen könne dann zum ersten Mal Getreide angebaut werden. „Der Boden muss sich langsam wieder an Bewirtschaftung gewöhnen“, begründet Andreas Bohse diesen langen Weg.

Angefahren wurden gestern aber nicht nur Bergbaufolgelandschaften wie Ackerflächen und der Großstolpener See, sondern auch der Aussichtspunkt in Deutzen, der Kohlemisch- und Stapelplatz und der Tagebau Schleenhain selbst. „Diese riesigen Gerätschaften, die Mondlandschaften und die kilometerlangen Förderbänder sind schon mehr als beeindruckend“, sagt die 16-jährige Leonie. Genau diese Eindrücke werde sie auch in dem Bericht festhalten, den die Schüler über die Exkursion verfassen sollen. Die 17-jährige Julia hingegen hat etliche der unzähligen Zahlen notiert, die Bohse während der zweieinhalbstündigen Fahrt erwähnte. So würden 360 Angestellte in Schleenhain im Vier-Schichtsystem arbeiten, im mitteldeutschen Raum verdienten etwa 3000 Menschen ihre „Kohle“ mit dem Kohle-Abbau. Und allein ein Bagger wiege zwischen 1800 und 2100 Tonnen. „Das muss sensationell und imposant sein, wenn ein Bagger umgesetzt wird“, sagt die Schülerin.

Ein wichtiger Aspekt, der auf die Gruppe zugeschnitten war, waren Bohses Ausführungen über die „Natur auf Zeit“. Denn gerade in Bergbaugebieten gebe es Zwischenlandschaften, die sich immer wieder verändern würden. So siedeln sich unter anderem verschiedene Arten von Vögeln an, die sich aber an die Veränderungen in ihrem Gebiet anpassen würden.

5000 Besucher werden laut Pressereferentin Elke Hagenau jedes Jahr durch die beiden Tagebaue Schleenhain und Profen geführt. Besonders beliebt seien die Führungen bei Schülergruppen.

Im Rahmen der Aktion „Schüler lesen Zeitung“ der LVZ haben Elftklässler vom BSZ den Tagebau Schleenhain und den Aussichtspunkt in Deutzen besucht. Foto: Jasmin Noack

Quelle: LVZ Borna 03.11.2015 von Julia Tonne


Das imposante Innenleben eines Blattwerks

(LVZ 26.01.2015 R.Beuckert)
Böhlen: Das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land öffnete Besuchern am Sonnabend seine Türen / Informationen zur Ausbildung

BÖHLEN. Das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen (BSZ) hatte am Samstag zum Tag der offenen Tür eingeladen, wobei die einzelnen Fachkabinette den Besuchern einen Einblick in die moderne Ausstattung boten. Schulleiter Jörg Großkopf erklärte, dass viele angehende Schüler mit ihren Eltern die Gelegenheit nutzen, dem Haus einen Besuch abzustatten, um sich durch ein Gespräch mit den Fachlehrern ein Bild von der Bildungseinrichtung zu machen. Im BSZ sind das Berufliche Gymnasium, die Fachoberschule und Berufsfachschule untergebracht. Dazu kommen noch das Berufsgrund- und Berufsvorbereitungsjahr. „Das berufliche Schulzentrum ist weit über das Böhlener Gebiet hinaus bekannt“, betonte der Schulleiter. „Zu uns kommen Schüler aus dem benachbarten Thüringer Raum, den Orten Geithain bis hin nach Bad Lausick und Borna.“ Das Berufliche Gymnasium in der Fachrichtung Biotechnologie stelle zudem ein Alleinstellungsmerkmal im Territorium dar.

Maren Deistler, Fachleiterin für die Fachoberschule und das Berufliche Gymnasium, betreut die Schüler in der Fachrichtung Biotechnologie. Ein Tag der offenen Schultür biete die beste Gelegenheit, mit den Eltern und angehenden Schülern ins Gespräch zu kommen, sagte sie. Zwar lasse sich manches auch am Telefon klären, doch das persönliche Gespräch biete mehr Information, zumal ein Blick in die Einrichtung zugleich ein Bild vom angehenden Lernplatz vermittelt. „Wir verfügen über ein modern ausgestattetes Labor, in dem sogar gentechnische Versuche möglich sind.“

Eigens zum Tag der offenen Tür durften die Besucher sich unter dem Mikroskop Blattwerk anschauen, das imposante Einblicke bot. „Viele Besucher denken, dass in einem Blatt nur Chlorophyll vorhanden ist, doch bei genauerer Betrachtung kommen noch andere Blattfarbstoffe
zum Vorschein. Deistler freute sich auch über Begegnungen ehemaliger Schüler. „Es ist immer wieder interessant zu erfahren, welchen Weg die einstigen Schüler genommen haben und was für einen Beruf sie jetzt ausüben.“ Für den Bereich Gesundheit, Soziales, Wirtschaft und Verwaltung zeichnet Christine Junghanns verantwortlich. „Die angehenden Schüler nutzen gern das Angebot, sich die Fachbereiche genauer anzuschauen“, sagte sie. Die sogenannten Sozialassistenten schaffen
sich den Anschluss für die Anschlussausbildung als Erzieher. Sie können auch in die Kranken- oder Altenpflege einsteigen.“

Christina Munk gehört dem dritten Ausbildungsjahr zum Sozialassistenten an und nutzte diesen Tag, gemeinsam mit anderen Schülern auf der Gitarre den Besuchern ein Ständchen zu bringen.
„Ich möchte Erzieherin werden und fühle mich in dieser Schule gut aufgehoben“, sagte Munk. Die Ausbildung sei sehr vielseitig.

Die Schüler werden gefordert, was ihr besonders gefällt, da sie dadurch mehr lernen. Auch der Förderverein der Schule zeigte an diesem Tag Präsenz. „Wir ermöglichen der Schule und insbesondere den Schülern finanzielle Zuwendungen mit unseren Spendeneinnahmen durch Sponsoren.“ Pitt Ulbrich nannte ein paar Beispiele. So wurde das Schulgebäude mit W-Lan ausgestattet, ein A3 Drucker gekauft und weitere wichtige Anschaffungen gemacht. Darüber hinaus
bekommen sozialschwache Schüler finanzielle Zuwendungen, etwa für Klassenfahrten und in besonderen Härtefällen.

Mit einem Begrüßungsständchen erfreuten die angehenden Sozialassistenten die
Besucher.

Quelle: LVZ Borna 26.01.2015 von Rene Beuckert

 


 

Die angehenden Fahrzeuglackierer Cindy Haustein (v. li.), Maximilian Kraft, Sebastian Matner und Nicole Schröter probieren zusammen mit Fachlehrer Torsten Trotha (Mitte) die neue Technik der Lackierkabine am Berufsschulzentrum aus. Sie hat rund 430 000 Euro gekostet. Fotos: Julia Tonne

Angehende Lackierer lernen in Böhlen nun an moderner Technik

Parkplatzerweiterung und Lackierkabine am berufsschulzentrum Leipziger Land eingeweiht

Böhlen. Das Berufsschulzentrum (BSZ) Leipziger Land in Böhlen ist seit gestern „rundum fertig“. Landrat Gerhard Gey eröffnete mit diesen Worten zusammen mit Schulleiter, Lehrern, Schülern und Landkreismitarbeitern die neue Lackierkabine und die Erweiterung des Parkplatzes, den die Schüler nutzen können.

Zwei Bauvorhaben hatte das BSZ in den vergangenen Monaten neben dem regulären Schulbetrieb zu „wuppen“, wie Schulleiter Jörg Großkopf betonte. Zum einen wurde der Parkplatz auf dem hinteren Teil des Geländes um mehr als 50 Stellplätze erweitert, zum anderen bekam der Fachbereich der Fahrzeuglackierer eine neue und moderne Lackierkabine.

Ersteres war in den vergangenen Monaten immer drängender geworden, denn die Stellplätze an und um die Schule reichten längst nicht mehr aus. Das Gelände für die Erweiterung erwarb der Landkreis als Betreiber des BSZ von der Gemeinde Böhlen für 50 000 Euro. Doch während der ersten Arbeiten gab es auch die ersten Überraschungen, wie Roland Dathe, Sachgebietsleiter Bau und Liegenschaften beim Landkreis, berichtete. Der unter dem Mutterboden verborgene Baugrund war zum einen nicht tragfähig, zum anderen war er mit Schadstoffen belastet und musste daher als Sondermüll auf die Deponie geschafft werden. Das hatte vor allem Auswirkungen auf die Kosten. Der Landkreis musste alleine für das Vorhaben rund 290 000 Euro, inklusive des Kaufpreises für das
Grundstück, investieren.

Neues Herzstück des BSZ ist seit gestern aber die Lackierkabine. Hier können nun die rund 60 angehenden Fahrzeuglackierer
Karosserieteile ausbessern. Rund 430 000 Euro hat der Landkreis in die Ausstattung und den Bau investiert, etwa 40 Prozent davon sind Fördermittel aus dem Topf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). „Damit sind die Ausbildungsbedingungen nun auch für diesen Bereich in einem Top-Zustand“, machte Gey deutlich, der sich von vier Schülern die Arbeitsabläufe erklären ließ. Maximilian Kraft, Sebastian Matner, Nicole Schröter und Cindy Haustein führten die Besucher durch die Halle und erklärten geduldig die einzelnen Schritte. So werde die entsprechende Farbe des Fahrzeugs zunächst – ähnlich wie bei Wandfarben und nach Vorgaben der Autohersteller – maßgenau zusammengemischt, anschließend dann in der Kabine aufgetragen. Eine zusätzliche Heizung ermöglicht nach dem Lackieren die Trocknung der Teile. „Die bisherige Kabine war schon rund neun Jahre alt und nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Zudem konnte immer nur einer darin arbeiten“, begründete Thomas Reck, stellvertretender Schulleiter, den Wunsch des BSZ nach einer modernen Kabine. Und Gey, der zur Eröffnung eine lackierte Spiegelverkleidung geschenkt bekam, war so angetan, dass er seinen Dienstwagen wohl demnächst des Öfteren nach Böhlen lenken wird. Zu tun wäre jedenfalls etwas: am Außenspiegel ist tatsächlich der Lack ab.

Vor allem Torsten Trotha, Fachlehrer der Fahrzeuglackierer, findet jetzt ideale Bedingungen für seine Schützlinge vor: „Es war ein langer Kampf, aber jetzt sind wir mit der Kabine einen Schritt weiter als viele andere Ausbildungsstätten.“ Im gesamten Landkreis Leipzig ist die Einrichtung einzigartig, sachsenweit gibt es jetzt mit dem BSZ nur drei Standorte, an denen die Auszubildenden damit arbeiten können. Für Großkopf ist mit der Fertigstellung der beiden Projekte nun auf absehbare Zeit erst einmal Schluss mit größeren Vorhaben: „In den letzten Jahren hatten wir hier mehr Bauleiter als Schulleiter“, sagte er lachend.

Quelle: LVZ Borna 10.01.2015 von Julia Tonne

 

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