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Das Ende einer Nullnummer

Das Ende einer Nullnummer: Der Stadtrat von Böhlen schaffte jetzt eine Kuriosität aus der Welt. Gegenstand der außergewöhnlichen Angelegenheit war das Stammhaus des Beruflichen Schulzentrums Leipziger Land (BSZ) in Böhlen. Der wahrlich nicht zu übersehende Komplex - momentan Anlaufpunkt für 1007 Schüler und Arbeitsstätte für 70 Lehrer - firmierte bislang ohne korrekte Anschrift. Genauer gesagt fehlte der in der Röthaer Straße gelegenen Bildungsstätte die Hausnummer. "Uns hat das immer gestört", sagte der amtierende Schulleiter Jörg Großkopf. Der nummernlose Zustand sei für Auswärtige ein großes Problem. "Bei Fortbildungen führt das immer wieder zu Irritationen", erläuterte der Chef des Hauses in der jüngsten Stadtratssitzung. Seine Standardantwort für Besucher in derlei Fällen: "Sie sehen uns, aber wir haben keine Nummer."
Weshalb eine solche Zahl nicht vergeben worden sei, vermochte selbst Böhlens Bürgermeisterin Maria Gangloff nicht sicher zu sagen. Tatsache ist: Das alte Schulgebäude liegt auf Röthaer Gemarkung, sodass durch die Stadt Böhlen gar keine Hausnummer zugeteilt werden konnte. Nach Aussage früherer Mitarbeiter der Stadtverwaltung Böhlen wurde dem Gebäude durch die Stadt Rötha die Adresse Böhlener Straße 19 zugewiesen. Der moderne Erweiterungsbau des BSZ steht hingegen auf Gauliser Flur, ebenso die momentan entstehende Sporthalle. Die Berufsschule verwendete bislang folglich die Anschrift "Röthaer Straße" - geografisch korrekt, freilich ohne Nummer.
Vom Kultusamt des Landkreises kam im Oktober der Antrag, dem BSZ die Hausnummer 1 in der Gauliser Straße zuzuteilen. Denn große Teile des Gebäudes stehen auf der Gauliser Straße - der Verlängerung der Röthaer Straße. Die Nummer 1 zu sein, ist schließlich kein schlechtes Omen. Obendrein war die fragliche Ziffer nicht vergeben. Die Stadträte entschieden sich indes anders: Sie beließen es bei der bewährten Röthaer Straße und vergaben die Nummer 44. Eine gut zu merkende Schnapszahl und allemal besser als die ewig nervende Nullnummer.

Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 01.12.2010 (Saskia Grätz)

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