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Informationen aus erster Hand (LVZ 03.11.2011)

Berufliches Schulzentrum Leipziger Land lädt zum Tag der offenen Tür

„Jetzt fängt für unsere Neuntklässler der Endspurt bei der Berufssuche an“, weiß Ute Nietzold. Die Lehrerin der Mittelschule Groitzsch kam gestern mit 45 Schülern nach Böhlen ins Berufliche Schulzentrum Leipziger Land (BSZ). Zum dortigen Tag der offenen Tür konnten sich die Jugendlichen direkt bei den Betrieben der verschiedenen Innungen und bei den Lehrern des BSZ über Ausbildungswege informieren. Laut BSZ-Schulleiter Jörg Großkopf hatten sich 350 Schüler von Mittelschulen aus dem gesamten Landkreis angemeldet. Finanziell wurde die Veranstaltung vom Landratsamt und Unternehmen unterstützt.

Ute Nietzold war guter Dinge. „Hier haben unsere Schüler die Möglichkeit, den direkten Draht zu den Unternehmen zu knüpfen“, sagte die Lehrerin für Wirtschaft, Technik, Haushalt und Soziales (WTH). Auch wenn die Berufswahl bereits Thema ab der siebenten Klasse ist, hätten sich einige Schüler noch nicht für eine Ausbildungsstelle entschieden. „Deshalb hoffe ich, dass sie hier noch den letzten Kick bekommen“, betonte Nietzold.

Das hofft auch Ingo Schöne. „Wegen der demografischen Entwicklung brauchen wir künftig noch mehr Nachwuchs in den Betrieben“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig. So boten gestern Mitarbeiter der Betriebe unter anderem aus den Bereichen Fleischer, Metallbau, Elektrotechnik, dem Malerhandwerk, Lackierer und viele mehr ihre Hilfe zur Berufswahl an. Von der Handwerkskammer zu Leipzig war zudem ein Infomobil vor Ort.

BSZ-Schulleiter Jörg Großkopf war mit dem großen Interesse am Tag der offenen Tür zufrieden. Gerade wegen des dualen Ausbildungsweges an seiner Einrichtung gehe es ihm vor allem um die enge Zusammenarbeit mit den Innungen und deren Betriebe. „Doch natürlich wollen wir auch unsere Schularten und Berufsrichtungen vorstellen, die wir in Böhlen und in den vier Außenstellen anbieten“, erklärte Großkopf.

Die Schüler wurden mit Bussen von ihren Standorten abgeholt. Nach ihrer Ankunft im BSZ gab Mareen Deistler, Leiterin der Außenstellen Markkleeberg und Espenhain, ihnen einen Überblick über die Bewerbungsmodalitäten und die Schularten des BSZ. Das sind Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule und Berufliches Gymnasium.Danach wurden die Jugendlichen von Lotsen-Schülern des BSZ in die entsprechenden Kabinette geführt, wo Lehrer und Lehrerinnen speziell über ihr Fach sprachen und mit den Mittelschülern praktische Anwendungen übten. Neuntklässlerin Julia Thane nutzte diese Möglichkeit im Ausbildungsberuf Sozialassistent, der in die Bereiche für Behinderte, Kindergarten und Pflege unterteilt ist. „Ich interessiere mich speziell für den Umgang mit Kindern“, erzählte die Schülerin der Geithainer Paul-Guenther-Schule, die mit dem Wickeln einer Babypuppe beschäftigt war.

Das BSZ Leipziger Land besteht zurzeit aus mehreren Schulteilen, neben dem Stammsitz Böhlen wird in Borna, Espenhain und Regis-Breitingen unterrichtet. Nach Realisierung des Kreistagsbeschlusses vom Juni 2009 werden durch den Ersatzbau am Standort Böhlen alle Außenstellen geschlossen.Der Bau direkt neben dem neuen Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land gegenüber dem Fußballstadion ist derzeit im vollen Gange. „Ich gehe davon aus, dass er im Jahr 2013 fertig ist“, sagte der Schulleiter. Soll heißen, dass ab September 2013 alle Lehrlinge der bisherigen Außenstellen in Böhlen ihre Ausbildung genießen können. Alle Schularten werden dann komplett in Böhlen geführt.

350 Mittelschüler aus dem gesamten Landkreis Leipzig nahmen gestern im Beruflichen
Schulzentrum Leipziger Land am Tag der offenen Tür teil. Foto: Peter Krischunas

Quelle Leipziger Volkszeitung 3.11.2011 Peter Krischunas

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