Logo des Landkreises Leipzig

 

Aidshilfe Leipzig ist im Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen zu Gast

Übungen am Holzpenis


"Ihr müsst euch nicht blöd vorkommen beim Kauf von Kondomen", sagt Thomas Franke. Der Mitarbeiter der Aidshilfe Leipzig - am Mittwoch beim Projekttag im Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen zu Gast -, redet Klartext in der Runde. Spricht Dinge und Tabus an, über die Jugendliche allenfalls untereinander sprechen. Die vom Gesundheitsamt des Kreises finanzierte Veranstaltung für Schüler aus dem Berufsgrundbildungs- und Berufsvorbereitungsjahr dient der Aufklärung und Prävention. "Sie bringt etwas für die Schüler", sagt Schulsozialarbeiter Hendrik Frost. Auch nächstes Jahr möchte er die Fachleute wieder ins Haus holen.
Letztere behandeln das Thema Sexualität und Verhütung ganz praktisch. Franke arbeitet mit lustigen Zeichnungen, die alltägliche Situationen zeigen und die Frage klären soll, ob ein Risiko für eine Ansteckung mit dem HI-Virus besteht. Schnell zeigt sich: Das Schwitzen in der Sauna ist ungefährlich, die Blutsbrüderschaft hingegen nicht zu empfehlen. Und auch der Zahnarzt berge, wenn er mit Mundschutz und Handschuhe arbeitet, kein Risiko.
Schnell geht der junge Mann zum Thema geschützter Sex über - ein weites Feld für Sie und Ihn. Es geht um One-Night-Stands, die keinesfalls ohne Gummi geschehen sollten. Wenngleich: Ein Kondom könne platzen, wendet eine Schülerin ein. Im Folgenden erklärt Franke, was beim Kondom zu beachten sei. Unabhängig von Geschmacksrichtung und Ausstattung.
Schon beim Kauf sollte auf die Qualitätsnorm CE und das Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung geachtet werden. Ein überlagertes Kondom könnte porös und somit unbrauchbar sein. Und damit es nicht vor Gebrauch beschädigt wird, sollte es nicht im Portemonnaie oder der Hosentasche verschwinden, rät der Mann von der Aidshilfe. Wenig später zeigt er an einem Holzpenis, wie der Überzieher zu handhaben ist und was nach dem Geschlechtsverkehr mit dem gebrauchten Verhüterli passieren sollte.
Still ist es im Raum, als es um Größen geht und ein Maßband, mit dem selbige ermittelt werden kann. Die Botschaften der Aidshilfe sind eindeutig: Beim Sex geht es auch um Verantwortung für den Partner. Und natürlich sollen sich die Jugendlichen sicher dabei fühlen. "Ihr seid da nicht auf die Männer angewiesen",richtet sich Franke an die Mädchen in der Runde. Denn wenn er partout kein Kondom benutzen will oder kann, gibt es auch für sie Alternativen, das Femidom beispielsweise.
Statistisch betrachtet benutzen die meisten Jugendlichen beim ersten Mal ein Kondom. Da kommt der praktische Unterricht gerade recht. Als es zur Pause klingelt, ist die Runde ungewöhnlich still.

Quelle: LVZ vom 27.05.2011 Saskia Grätz

Zum Seitenanfang