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Lernen auf der Baustelle

Berufliches Schulzentrum: Verzögerung beim Sporthallenbau / Abriss des Altbaus ab 2. Mai

Böhlen. Am 2. Mai beginnen auf dem Gelände des Beruflichen Schulzentrums Leipziger Land (BSZ) in Böhlen die Abrissarbeiten des Altbaus. Das Gebäude weicht einem modernen Neubau, der nahtlos an das vorhandene Schulhaus angebunden wird. Circa 5,5 Millionen Euro fließen in die Baumaßnahme des Landkreises. Erhebliche Verzögerungen gibt es hingegen beim Bau der Sporthalle, die nicht wie geplant diesen Monat fertig wird.

Petrus war offensichtlich kein großer Sportfreund. Denn mit dem frühen Wintereinbruch im November vorigen Jahres geriet die gesamte Bauplanung für den Turnhallenbau ins Stocken. Das angestrebte Ziel, die Bauhülle noch mit dem Dach zu versehen und vor dem Winter dicht zu bekommen, sei misslungen. "Wir konnten zwei Monate gar nichts machen", sagt Rolf Löcher, Leiter des Straßen- und Hochbauamtes des Landkreises. Und so müssen die Innenarbeiten, die eigentlich für die kalte Jahreszeit geplant waren, noch erledigt werden. Einen konkreten Termin für die Fertigstellung gibt es noch nicht, Ende Juli könne es wohl werden. "Mit Beginn des neuen Schuljahres soll die Turnhalle auf jeden Fall genutzt werden", sagt Löcher.
Nur ein paar hundert Meter weiter werden am 2. Mai die Abrissbagger in Aktion treten. Circa vier bis sechs Wochen soll der Abriss des alten Schulgebäudes dauern. Knapp 100 000 Euro sind für den Auftrag vorgesehen. Eine Sanierung dieses maroden Altbaus hatte sich nach intensiver Prüfung als nicht wirtschaftlich erwiesen. Und so beschloss der Kreistag den Abbruch und einen Ersatzneubau (die LVZ berichtete). Rund 5,5 Millionen Euro sind dafür an Gesamtkosten veranschlagt. 80 Prozent der förderfähigen Kosten werden für das Projekt gefördert. Der Freistaat stellt knapp 4,1 Millionen Euro zur Verfügung, der Rest finanziert sich aus Eigenmitteln des Landkreises.
Nach den derzeitigen Planungen könnten laut Löcher die noch zu vergebenden Rohbauarbeiten Anfang Juli beginnen. Ende Juli könnte dann Grundsteinlegung sein. Und zumindest auf dem Papier steht fest, wann der Bau fertiggestellt sein soll: im Februar oder März 2013.
Im dreigeschossigen Neubau werden 17 Klassenräume entstehen, Fachräume für Physik, Chemie, Biologie und Biotechnologie, vier Informatikräume, Bereiche für Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialassistenz sowie ein Bereich für die Lehrer.
Mit der Fertigstellung des Komplexes werden die Außenstellen des Beruflichen Schulzentrums in Borna, Espenhain, Markkleeberg und Regis-Breitingen aufgehoben. Dadurch entfallen Mietkosten, die den Mehrbedarf am Standort Böhlen kompensieren. Rund 1000 Schüler und 70 Lehrer lernen und lehren dann in Böhlen.
Problematisch gestaltet sich momentan die Parksituation am Haus. Etliche der Berufsschüler, die von außerhalb kommen, stellen ihr Auto irgendwo in kleinen Seitenstraßen ab und ziehen sich damit den Unmut der Anwohner zu. Oder sie parken vor Supermärkten und Läden, was den Ärger der jeweiligen Handelsketten nach sich zieht. Problem: Der vormals genutzte Platz vor dem ehemaligen Edeka ist mittlerweile in Privatbesitz und eingezäunt, der vorhandene Parkplatz des BSZ durch den Turnhallenbau gesperrt. "Es gibt Gespräche mit der Bürgermeisterin, um eine Lösung für die Situation zu finden", sagte BSZ-Chef Jörg Großkopf gestern auf Anfrage.

Auf dem Papier ist der Ersatzneubau am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen bereits fertig. Die Zeichnung der S & P Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH Leipzig verdeutlicht, dass sich der Neubau gut an den vorhandenen Schulkomplex anpasst.

Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 06.04.2011, Saskia Grätz

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