Hi, ich bin Aaron, 19 Jahre alt, und habe mit dem Abitur erst vor ein paar Wochen erfolgreich
abgeschlossen. Ich habe mich ohne große Erwartungen am Erasmus+-Programm für Spanien
beworben und möchte in diesem Artikel über meine Erfahrung berichten.

Hola, ¿qué tal? Mit dieser spanischen Begrüßung haben wir uns den letzten Monat lang in
Valencia durchschlagen können. Obwohl dieser Satz nicht unbedingt einem Zauberspruch
gleicht, bewirkte er Großes. In Spanien ist er sozusagen der universelle Schlüssel neue
Menschen kennenzulernen, oder zumindest war er für uns das ultimative Einsteigertool, um ein
Gespräch anzufangen und seinen inneren Schweinehund zu überwinden, sich mit fremden
Menschen in einem fremden Land auszutauschen. Und sobald man sich überwunden hatte, tat
sich die Freundlichkeit und Offenheit der Spanier erst richtig auf und man führte Gespräche, an
die man nie geglaubt hatte, sie jemals zu führen.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass sich diese positive Umgangsart der Spanier
auch auf Arbeit durchsetzt. Daher herrschte auf meiner Arbeit meistens ein sehr entspanntes
und lockeres Arbeitsklima und ein eher freundschaftliches Verhältnis zwischen mir und den
anderen Arbeitskollegen. Im Generellen kann ich mein Praktikum bei Più Bikes sehr empfehlen,
da sie nicht nur Fahrräder verleihen und reparieren, sondern auch Light-Boxes für Shops bauen
und T-Shirt- sowie Autoprints selber drucken. Ich konnte mich jedenfalls in fast allen Bereichen
beteiligen und hatte ein sehr abwechslungsreiches Aufgabenfeld. Gleichzeitig konnte man sich
auch auf sprachlicher Ebene, durch das Verleihen der Fahrräder und der Kommunikation auf
Arbeit, stark weiterentwickeln und lernen sich besser zu koordinieren. Zu meinem Glück war mein
Boss sehr kulant, was die Arbeitszeiten betraf und deshalb musste ich nur sechs Stunden am
Tag arbeiten und konnte rechtzeitig zum Mittagessen wieder in der Unterkunft sein.
Die Unterkunft war ein Studenten- und Sportlerwohnheim und ich konnte mich schnell an die
Wohnsituation gewöhnen. Wir waren vier Jungs in einem eigenen „Apartment“, das aus drei
kleinen Schlafzimmern (zwei Einzelzimmern und einem Doppelzimmer) und einem Bad bestand.
Eine Küche gab es leider nicht, aber dafür hatten wir Vollpension in der Kantine der Unterkunft.
Für Verpflegung wurde gut gesorgt. Die meiste Zeit verbrachten wir außerhalb der Unterkunft, um
die Stadt auszukundschaften.

In Valencia kann man wirklich viel entdecken. Von der historischen Altstadt über Mainstream
Sightseeing, Museen, lokale Bars und Restaurants bis hin zum wunderschönen Strand kann man
so einiges erleben und (kulinarisch) ausprobieren. Hierbei kann ich einfach nur empfehlen auf
spontane Trips einzugehen, weil diese meist am lustigsten sind und einem erfahrungsgemäß die
besten Erinnerungen schenken. Apropos, für genau solche Ausflüge und um leichter zur Arbeit
zu kommen, hat uns das Erasmus-Programm mit Busfahrkarten ausgestattet, wodurch sich
unser Leben vor Ort wesentlich leichter gestaltet hat.

Ich persönlich würde jedem da draußen diese Erfahrung ans Herz legen. Für mich war es
jedenfalls eine richtig coole Sache, die ich immer wieder mitmachen würde und durch die ich
viele nette Menschen kennenlernen durfte. Auch der Aufwand für das englische
Motivationsschreiben und den Lebenslauf, um sich für das Programm zu bewerben, ist echt minimal
für das, was man erleben darf und ist in meinen Augen eine gute Übung für den weiteren
Lebensweg.

Text: Aaron Sallen